Kategorie: Focus

Zum Werk des Fotografen Andreas Vogt

Andreas Vogt, Thüringer Zipfel, 1990 – 1995 – 2000

Andreas Vogt, Thüringer Zipfel, 1990 – 1995 – 2000

Es wächst Gras drüber … auch über die mit hohem Aufwand und unter großen Opfern errichteten und aufrecht erhaltenen Grenzsicherungssysteme der DDR. Diese sind seit dem 9. November 1989 Geschichte, aber sie sind noch da, wenn auch von Jahr zu Jahr immer weniger sichtbar.

Der Wichdorfer Fotograf Andreas Vogt hatte 1990, 1995 und 2000 an den immergleichen Standorten entlang der Grenze fotografiert. Danach hatte er damit begonnen, dieses wohl einmalige Archiv zu sichten und für geplante Ausstellungen aufzubereiten. Vogt kombinierte immer drei vom gleichen Standort aus, aber im Fünfjahresabstand entstandene Aufnahmen zu künstlerischen Meditationen über den Sinn von Grenzen und die Vergänglichkeit derselben. Es bleibt zu hoffen, dass die Grenze zwischen Deutschland-Ost und Deutschland-West auch in Köpfen der Bewohner so schnell verschwunden ist, wie es Vogts Bilder zeigen. Zweifel sind angebracht – aber das ist ein anderes Thema.

Andreas Vogt verstarb im Frühjahr 2008, ohne sein Werk durch eine angemessene Präsentation als Buch oder Ausstellung abschließen zu können. Es bleibt zu hoffen, dass das noch gelingt, damit das Lebenswerk des Fotografen nicht in Vergessenheit gerät.

Thomas Wiegand

 

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